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12.03.2018

ÔÇ×Woche der Br├╝derlichkeitÔÇť in Recklinghausen mit Festakt er├Âffnet

Im Ruhrfestspielhaus ist Peter Maffay f├╝r sein vielf├Ąltiges Engagement ausgezeichnet worden.

Mit einem Festakt im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen ist die diesj├Ąhrige ÔÇ×Woche der Br├╝derlichkeitÔÇť bundesweit er├Âffnet worden. Im Mittelpunkt der Feier stand die Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an den Musiker Peter Maffay f├╝r sein entschiedenes Eintreten gegen antisemitische und rassistische Tendenzen in Politik, Gesellschaft und Kultur.
Die zahlreichen Veranstaltungen der bundesweit 84 Gesellschaften f├╝r christlich-j├╝dische Zusammenarbeit stehen in diesem Jahr unter dem Leitthema ÔÇ×Angst ├╝berwinden ÔÇô Br├╝cken bauenÔÇť. Wie wichtig der Dialog gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Herausforderungen sei, in der viele Menschen Angst vor dem Fremden h├Ątten, betonte Dr. Margaretha Hackermeier, katholische Pr├Ąsidentin des Deutschen Koordinierungsrates, in ihrer Er├Âffnungsrede. Daf├╝r brauche es starke Partner, aber auch jedem Einzelnen gelte der Auftrag, Br├╝cken zu bauen. ÔÇ×Peter Maffay, einer aus der Mitte unserer Gesellschaft, hat schon fr├╝h darauf aufmerksam gemacht: Der Rechtsradikalismus in unserem Land ist keineswegs verschwunden. Und er hat dies laut und deutlich eingeklagtÔÇť, zollte sie dem Preistr├Ąger Respekt.
Auch Ministerpr├Ąsident Armin Laschet w├╝rdigte sowohl das Engagement Maffays als auch die Arbeit der christlich-j├╝dischen Gesellschaften, die sich seit 1952 f├╝r den christlich-j├╝dischen Dialog einsetzen. Gerade in der digitalen Zeit, in der es kein wirkliches Gegen├╝ber in den Netzwerken mehr gebe, sei es wichtig, im direkten und pers├Ânlichen Gespr├Ąch zu sein. ÔÇ×Wir m├╝ssen gegen jede Form von Antisemitismus angehenÔÇť, sagte Laschet. Sein Wunsch sei es, dass Christen, Juden und Muslime sich am 9. November beim Gedenken an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren in einer gemeinsamen Erkl├Ąrung gegen Hass und V├Âlkermord aussprechen.
In seiner Laudatio stellte Prof. Udo Dahmen, Direktor der Popakademie Baden-W├╝rttemberg, das vielseitige soziale Engagement von Peter Maffay vor. ÔÇ×Er singt nicht nur ├╝ber seine Visionen f├╝r eine bessere Welt auf der B├╝hne, sondern er tritt auch f├╝r die Werte ein, die ihm am Herzen liegenÔÇť, sagte Dahmen. So zum Beispiel mit seiner Stiftung, die sich um benachteiligte Kinder k├╝mmert oder den Austausch von deutschen, israelischen und pal├Ąstinensische Jugendlichen f├Ârdert. Maffay sei es wichtig, dass junge Menschen lernen, ├╝ber den Tellerrand zu schauen. ÔÇ×Der Mut zum Wandel, zur positiven Ver├Ąnderung, zur Toleranz durch Br├╝cken bauen hat Peter Maffay immer angetriebenÔÇť, hielt Dahmen fest.
Maffay selbst w├╝rde den Preis am liebsten zerteilen, denn ÔÇ×ohne die vielen Unterst├╝tzer, die ich habe, w├╝rde die Arbeit nicht funktionierenÔÇť. In seiner Musik wolle er Betrachtungen ├╝ber das verarbeiten, was ihm wichtig erscheine, um diesen Impuls an die Menschen weiterzugeben. ÔÇ×Wir leben in einer Demokratie, in der wir frei unsere Meinung ├Ąu├čern k├Ânnen. Wenn wir uns das erhalten wollen, m├╝ssen wir uns gegen die Gefahren einsetzen, die einer solchen Gesellschaft drohenÔÇť, erkl├Ąrte Maffay.
Bereits am Samstagabend hatte der Deutsche Koordinierungsrat zu einer christlich-j├╝dischen Gemeinschaftsfeier mit Ansprachen von Bischof Dr. Felix Genn, Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama und Landeskirchenrat Dr. Vicco von B├╝low eingeladen. Gemeinsam betonten sie,  wie wichtig es sei, die Angst vor dem Fremden abzubauen. Genn verwies dabei auf die Erinnerung. ÔÇ×Sie ist nicht blo├č eine rationale Gr├Â├če, ein Nachdenken ├╝ber Vergangenes, sondern ein ÔÇÜZur├╝ckgehen mit dem HerzenÔÇś wie Papst Franziskus es ausgedr├╝ckt hat.ÔÇť Die Erinnerung sei notwendig f├╝r die Zukunft, ÔÇ×weil sie uns an die Wurzeln unseres Glaubens und unserer Kultur f├╝hrt, und weil sie uns hilft, allen Kr├Ąften zu wehren, die eine so unsagbare Schandtat wie die Schoah m├Âglich machtenÔÇť. Der Bischof w├╝nschte sich, dass von der ÔÇ×Woche der Br├╝derlichkeitÔÇť ein Impuls aus dem reichen Erbe Israels alle Menschen guten Willens im Herzen ber├╝hre und ergreife. ÔÇ×Die Erinnerung ist die Br├╝cke, die ├ängste abbaut und neues aufbaut.ÔÇť
Zum Abschluss der Glaubensfeier, die musikalisch von der Altstadtkantorei Recklinghausen und dem Vokalensemble der j├╝dischen Gemeinde in Recklinghausen gestaltet wurde, segneten Genn, Nachama und von B├╝low gemeinsam die Anwesenden in der Christuskirche.
Bildunterschriften:
2018-03-11-Woche der Br├╝derlichkeit:
Bischof Dr. Felix Genn (links) und Landeskirchenrat Dr. Vicco von B├╝low (rechts) gratulierten dem engagierten Musiker und Preistr├Ąger der Buber-Rosenzweig-Medaille, Peter Maffay.
2018-03-11-Glaubensfeier:
Landeskirchenrat Dr. Vicco von B├╝low, Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama und Bischof Dr. Felix Genn segneten die Menschen zum Abschluss der christlich-j├╝dischen Glaubensfeier.

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