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29.06.2023

„Ich sah bei den Kindern Fortschritte - und war daran beteiligt“

Hermine Frerichs (19) hat ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Süder Marienschule beendet.

Auf dem Handy von Hermine Frerichs läuft ein Youtube-Video. Die Freiwilligendienstlerin an der Marienschule hat ihr Telefon in die Mitte des Tisches gelegt. Flinke Hände sind zu sehen, wie sie ein Stück Papier zu einer filigranen Figur falten. Anna-Maria und Elif (beide zehn Jahre) aus der OGS vergewissern sich mit schnellen Blicken, auf dem richtigen Weg zum Kranich zu sein. „Ich komme mit neuen Videos gar nicht hinterher, so schnell sind die beiden fertig“, gesteht Hermine Frerichs. Die beiden Mädchen grinsen.

"Nicht irgendetwas studieren und dann abbrechen"

„Origami ist eine lustige und kreative Beschäftigung“, findet Hermine Frerichs. Mal etwas Anderes in der Freien-Spiel-Zeit im offenen Ganztag, den der Sozialdienst katholischen Frauen (SkF) an der Süder Schule organisiert. Die 19-Jährige hat sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim SkF entschieden, weil sie nach dem Abi noch nicht wusste, wie es weitergehen sollte. „Ich wollte nicht einfach irgendwas studieren, abbrechen und wechseln. Da ist ein FSJ in einer Grundschule eine super Möglichkeit zur Überbrückung“, sagt sie. Sie sei immer gerne zur Schule gegangen, engagiere sich im Kinder- und Jugendtreff „Tankstelle“ in ihrer Heimatstadt Oer-Erkenschwick und das Lehramt sei lange auch eine Option für ihre Zukunft gewesen.

Mit Empathie den Kindern begegnen

Nun ist ihr Jahr um und die junge Frau berichtet von ganz vielen neuen Erfahrungen. „Es war erfüllend, gebraucht zu werden. Ich konnte mich persönlich weiterentwickeln und musste Verantwortung und Aufgaben übernehmen.“ Man werde von den Kindern schon gefordert und müsse empathisch sein. „Verschiedene Kinder, unterschiedliches Verhalten, unterschiedlicher Umgang“, bringt sie es auf den Punkt.

Freiwlligendienste fördern das Selbstbewusstsein

Beinahe jeder Schultag habe neue Erfahrungen gebracht. Natürlich verändere man sich. „Man wird selbstbewusster, gelassener, offener, lernt von der Positivität der Kids: Das Leben ist nie so schlimm, wie es scheint“. Besonderen Spaß habe es ihr gemacht, Wissen weiterzugeben und Dinge zu vermitteln, die sie selber gerne tue. Basteln und lesen zum Beispiel - oder halt Origami falten. „Ich sah bei den Kindern Fortschritte und war daran beteiligt.“

Praxis-Erfahrung punktet bei Arbeitgebern

Hermine Frerichs ist sich sicher, dass ihr das FSJ auch beruflich weiterhelfen wird. „Ich hatte mit den verschiedensten Menschen zu tun, das erhöht die Sensibilität gegenüber Mitmenschen.“ Sie habe die oft zitierte Arbeitswelt kennengelernt, was im Lebenslauf zukünftige Arbeitgeber oft beeindruckt. Bei Hermine Frerichs hat es (nicht nur deshalb) geklappt. Nach dem Sommer beginnt die Oer-Erkenschwickerin das Duale Studium „Business Administration“ und parallel die Ausbildung zur Industriekauffrau bei Lensing Media in Dortmund.


Kurz und bündig

  • Wer einen Freiwilligendienst in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder - wenn über 27 Jahre alt – als Bundesfreiwilligendienstler leistet, bekommt monatlich 438 Euro Taschengeld plus 50 Euro Verpflegungsgeld plus 20 Euro Fahrgeld. Der SkF gewährt 30 Tage Urlaub, das Gesetz schreibt nur 21 Tage vor.
  • Die Freiwilligen unterstützen morgens in einer Recklinghäuser Grundschule im Unterricht das Lehrpersonal und wechseln danach in den offenen Ganztag mit Mittagessen, Hausaufgaben-Betreuung und freiem Spiel.
  • Der Freiwilligendienst wird in vielen Studiengängen als Vorpraktikum anerkannt und verkürzt somit das Studium.
  • Infos und Bewerbungen: Birgit Hoffmann, Koordinatorin SkF-Freiwilligendienste, 
    E-Mail birgit.hoffmann@skf-recklinghausen.de, Tel. 02361/ 48598-24.

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