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21.08.2025

Ferien einmal anders: Maristenschüler*innen helfen in der Tafel Recklinghausen

Ferienzeit ist Nichts-Tun-Zeit? Schlafen, bis das Mittagessen welk oder wieder kalt geworden ist?

So wollten gleich zehn Neunt- und Zehntklässler der Maristenrealschule in Recklinghausen die letzten beiden Ferienwochen nicht verbringen. In der Tafel Recklinghausen in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) traten sie ihren ehrenamtlichen Dienst an.

Die Idee dazu entstand auf einer Fahrt der Schülervertretung nach Nottuln. Anna Gundermann, seit sechs Monaten Schulsozialarbeiterin an der katholischen Maristenrealschule, war als Begleiterin dabei, als sich die Gruppe gedanklich auf die Suche nach einem freiwilligen Engagement machte. Lebensmittel sammeln für die Tafel zum Beispiel. Doch warum, warf die Schulsozialarbeiterin ein, nicht aus dem vertrauten Lebensumfeld raus, über den Tellerrand schauen und gleich in der Tafel anpacken? In der Sortierung der Lebensmittel, die in gestapelten Kisten angeliefert werden, und auch in der trubeligen, großräumigen Warenausgabe nebenan.

Tafelkoordinator Daniel Ruppert musste nicht überlegen und sagte sofort zu. „Es ist toll zu sehen, wie junge Menschen ihre Ferienzeit nutzen, um sich für andere einzusetzen. Die Hilfe der Schülerinnen und Schüler ist für uns eine große Entlastung und ein starkes Zeichen von Solidarität.“

Und so kam es jetzt, der 14-jährige Niklas Marquardt wie alle anderen mittendrin. „Ich wollte etwas für die Leute machen, die es nicht so gut haben“, sagt er. Deren gibt es in Recklinghausen aktuell tatsächlich über 2.200 Menschen. In der Tafel im Hinterland der Herner Straße können sie sich alle zwei Wochen für wenig Geld Lebensmittel und Hygieneprodukte holen. Amelie Borutta, ebenfalls 14, ist ehrlich. Zu Hause würde sie wohl noch im Bett liegen, die Ferien geruhsam ausklingen lassen, bevor es in der bischöflichen Schule im Westviertel weitergeht. „Ich bin aber wirklich gerne hier. Man trifft so viele Leute und ist an der frischen Luft“, hat sie ihr Ja zum Helfen nicht bereut. Dankbarer sei sie geworden für das, was man hat. „Wer in die Tafel kommt, hat nicht so eine große Auswahl wie ich und viele andere Menschen.“ „Das ist schon cool hier“, findet Emilia Kretschmer (14). Aber auch anstrengend. Sich die vielen verschiedenen Preise für Brot, Apfel und Co. zu merken, sei schon eine Herausforderung. „Aber man kommt so schnell ins Gespräch, das ist so schön, fast alle haben was zu erzählen.“

Ob es zu einer Wiederholung ihres Einsatzes in der Tafel kommt, bleibt offen. Aber die nächsten Schulferien kommen bestimmt. Sicher ist auch, dass die Schule das Ehrenamt der Mädchen und Jungen belohnen und mit einer Urkunde von Schulleiter Stefan Schulze Beiering unterschrieben anerkennen will. Schulsozialarbeiterin Anna Gundermann weiß: „Mit dieser Bescheinigung kann im weiteren Schul- und Berufsweg das Ehrenamt belegt werden, was immer sehr positiv wahrgenommen wird.“

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