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05.05.2026

SkF warnt vor Kürzungen zulasten Alleinerziehender und ihrer Kinder

Der SkF warnt vor einer gefährlichen sozialpolitischen Entwicklung zulasten von Alleinerziehenden und ihren Kindern.

Der Sozialdienst katholischer Frauen warnt vor einer gefährlichen sozialpolitischen Entwicklung zulasten von Alleinerziehenden und ihren Kindern.

Hintergrund sind aktuell diskutierte Kürzungsvorschläge im Sozialbereich. In seiner Stellungnahme (Dienstag, 28. April) kritisiert der SkF-Gesamtverein, dass mehrere mögliche Einschnitte in ihrer Gesamtheit besonders Alleinerziehende hart treffen könnten.

Im Raum stehen unter anderem Änderungen beim Unterhaltsvorschuss, eine mögliche Reduzierung der Kinderkrankentage sowie Forderungen, den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter zu verschieben. Was einzeln wie eine Sparmaßnahme wirken könne, habe im Alltag vieler Familien eine deutlich größere Wirkung, heißt es in der Stellungnahme.

„Man muss sich ernsthaft fragen, was diese Vorschläge konkret für den Alltag von Alleinerziehenden bedeuten“, erklärt SkF-Vorständin Yvonne Fritz. Wenn gleichzeitig finanzielle Unterstützung gekürzt, Betreuungsangebote verzögert und arbeitsrechtliche Absicherungen eingeschränkt würden, werde Erwerbsarbeit für viele faktisch unmöglich.

Alleinerziehende gehören bereits heute zu den Familienformen mit einem besonders hohen Armutsrisiko. Der SkF warnt deshalb davor, bestehende Belastungen weiter zu verschärfen. Besonders betroffen wären die Kinder. Ihre Chancen auf Teilhabe, Bildung und Entwicklung könnten durch solche Einschnitte erheblich eingeschränkt werden.

Zugleich verweist der Verband darauf, dass die diskutierten Vorschläge im Widerspruch zu politischen Ankündigungen stünden, Familien stärker zu unterstützen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern und Kinderarmut entschlossen zu bekämpfen. „Was derzeit diskutiert wird, ist das Gegenteil dessen, was politisch versprochen wurde“, kritisiert Yvonne Fritz.

Der SkF erkennt die schwierige Finanzlage vieler Kommunen ausdrücklich an. Städte und Landkreise stünden unter erheblichem Druck. Die Antwort darauf dürfe jedoch nicht darin bestehen, sozialpolitische Rechte abzubauen. Für die finanzielle Überlastung der Kommunen müsse es eine grundsätzliche Lösung von Bund und Ländern geben.

Dr. Katharina van Elten, Fachreferentin Alleinerziehende beim SkF Gesamtverein, warnt vor den langfristigen Folgen: „Eine solche Politik untergräbt Erwerbsbeteiligung, verschärft soziale Ungleichheit und steht langfristig auch ökonomisch gegen die Interessen des Bundes.“

Der SkF fordert deshalb unter anderem

  • den Erhalt der Reform des Unterhaltsvorschusses von 2017,
  • den Verzicht auf Kürzungen bei Kinderkrankentagen,
  • keine Verzögerung des Ganztagsausbaus sowie
  • eine Gesamtbewertung aller Sparvorschläge mit Blick auf ihre sozialen Folgen.

Die vollständige Stellungnahme des SkF Gesamtvereins

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