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11.09.2026

35 Jahre den Blick auf das Kind gerichtet

Andrea Korte-Toffel ist in den Ruhestand verabschiedet worden.

35 Jahre SkF Recklinghausen, unzählige Begegnungen und die Begleitung von Kindern und Familien über viele Jahre hinweg: Andrea Korte-Toffel ist nach dreieinhalb Jahrzehnten im Adoptions- und Pflegekinderdienst in den Ruhestand verabschiedet worden. Vorstand und Geschäftsführung dankten der Diplom-Sozialpädagogin für eine Arbeit, bei der für sie eine Frage immer im Mittelpunkt stand: Was braucht das Kind – heute und mit Blick auf seine Zukunft?

Als Andrea Korte-Toffel im Oktober 1991 zum SkF Recklinghausen kam, hatte sie bereits in der sozialpädagogischen Betreuung einer Außenwohngruppe eines Kinderheimes in Gelsenkirchen gearbeitet und anschließend einen Kindergarten in Bochum-Wattenscheid geleitet. Beim SkF fand sie schließlich das Arbeitsfeld, das sie die kommenden dreieinhalb Jahrzehnte begleiten sollte: den Adoptions- und Pflegekinderdienst.

„Der Adoptions- und Pflegekinderdienst ist mir immer eine Herzensangelegenheit gewesen“, sagt Korte-Toffel rückblickend. Ihre Arbeit habe ihr Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen ermöglicht und zugleich stetiges Lernen verlangt. „Familie kann so unterschiedlich und vielfältig sein.“

Familien über viele Jahre begleitet

Da waren Paare und Einzelpersonen, die ein Kind in ihre Familie aufnehmen wollten, leibliche Eltern, Pflege- und Adoptiveltern, Kinder und Jugendliche sowie erwachsene Adoptierte, die sich auf die Suche nach ihrer Herkunft machten. Korte-Toffel beriet, vermittelte, unterstützte bei Kontaktaufnahmen und begleitete Familien häufig über lange Zeiträume.

„Ich habe Menschen begleitet und durfte die Entwicklung vieler Kinder miterleben und sehen, wie Familien zusammengewachsen sind“, sagt sie. Viele hätten ihr großes Vertrauen entgegengebracht, sie an ihren Nöten und Sorgen, aber ebenso an ihren Freuden teilhaben lassen.

Das Arbeitsfeld veränderte sich in diesen 35 Jahren erheblich. Aus der früher stark auf die Vermittlung ausgerichteten Adoptionsarbeit entwickelte sich ein umfassender Adoptionsdienst, der leibliche Eltern, Adoptivfamilien und adoptierte Menschen vor, während und lange nach einer Adoption begleitet. Neue Erkenntnisse über Traumata beeinflussten die Beratung. Zugleich gewann die Bedeutung der Herkunftsfamilie für die Entwicklung eines Kindes zunehmend an Gewicht.

Bei allen fachlichen Entwicklungen blieb für Korte-Toffel eine Haltung unverändert: „Ich finde es wichtig, immer vom Kind aus auf die aktuelle Situation, aber auch auf die Perspektiven zu schauen.“

Ihr Arbeitsgebiet reichte darüber hinaus von der Bereitschaftspflege über Trennungs- und Scheidungsberatung sowie die Begleitung bei Umgangsregelungen bis zur Babytür am Prosper-Hospital.

RiVer mit aufgebaut

Eine weitere wichtige Spur hinterlässt Korte-Toffel mit „RiVer“. 2011 baute sie gemeinsam mit dem Caritasverband das Angebot für Kinder aus Familien mit einem psychisch oder suchterkrankten Elternteil auf. Das Projekt besteht bis heute und bietet betroffenen Kindern einen geschützten Raum, Austausch und verlässliche Begleitung.

„Frau Korte-Toffel hat den SKF über viele Jahre fachlich kompetent, zuverlässig und mit großer Loyalität geprägt. Ihre Arbeit war stets von Verantwortungsbewusstsein und einem hohen Anspruch an die Qualität ihrer Aufgaben geprägt. Dafür gebührt ihr unser ausdrücklicher Dank und unsere Anerkennung. Für den nun beginnenden Ruhestand wünschen wir ihr alles Gute, vor allem Gesundheit, Zufriedenheit und Zeit für die Dinge, die im Berufsleben vielleicht manchmal zu kurz gekommen sind“, würdigt SkF-Geschäftsführer Giancarlo Cillis die langjährige Mitarbeiterin.

Auch Maria Rados, Fachbereichskoordinatorin des Adoptions- und Pflegekinderdienstes, blickt auf Korte-Toffels Wirken zurück: „Drei Jahrzehnte hat Frau Korte-Toffel viele Veränderungen miterlebt und zahlreiche Kinder und Familien mit großem Engagement begleitet. Der Fachbereich wurde durch ihre Gewissenhaftigkeit und ihr hohes Verantwortungsbewusstsein geprägt und getragen. Für ihren wohlverdienten Ruhestand wünsche ich Frau Korte-Toffel alles Gute, Gesundheit und viele schöne Momente.“

SkF-Vorsitzende Jutta Beeking hebt besonders die Kontinuität ihrer Arbeit hervor: „Andrea Korte-Toffel hat über 35 Jahre Kinder und Familien mit großer fachlicher Kompetenz und einem klaren Blick für das begleitet, was ein Kind jetzt und für seine Zukunft braucht. Dieses Verantwortungsbewusstsein und das Vertrauen, das ihr so viele Menschen entgegengebracht haben, stehen beispielhaft für ihre Arbeit beim SkF.“

Und was kommt nach 35 Jahren SkF? Korte-Toffel freut sich darauf, ihren Tag frei gestalten zu können, auf Reisen, aufs Lesen und vielleicht auf neue Hobbys. Was genau daraus wird, lässt sie entspannt auf sich zukommen.

Etwas vom SkF dürfte ihr dennoch fehlen: die kleinen Begegnungen im Arbeitsalltag, der kurze Austausch mit Kolleg*innen auf dem Weg zum Drucker oder beim Kaffeeholen.

Zum Abschied richtet sie deshalb den Blick noch einmal auf diejenigen, die sie auf ihrem langen beruflichen Weg begleitet haben: „Ein herzliches Dankeschön an alle Eltern, Kolleg*innen und Fachkräfte, die mich in den letzten 35 Jahren mit viel Engagement unterstützt haben. Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen!“

 

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