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11.09.2026

Von der Geflüchteten-Beratung bis zum Betreuungsverein: Julia Krause sagt Tschüss

Julia Krause ist nach Stationen in vielen Fachbereichen und Angebote des SkF verabschiedet worden.

Fast neun Jahre beim SkF Recklinghausen und eine Aufgabenliste, die deutlich länger klingt: Julia Krause ist nach Stationen in der Jugendschuldnerberatung, Flüchtlingshilfe und Ehrenamtskoordination sowie im Betreuungsverein und in der Verwaltung verabschiedet worden.

Nun wagt sie bewusst einen beruflichen Neuanfang und verlässt dafür das Ruhrgebiet. Was sie aus ihrer Zeit beim SkF mitnimmt, ist eine Haltung: Menschen nicht vorschnell zu beurteilen, sondern verstehen zu wollen, warum sie Unterstützung benötigen.
Als Julia Krause im März 2018 beim SkF Recklinghausen anfing, gehörte die Jugendschuldnerberatung zu ihren ersten Aufgaben. Bei Schulbesuchen und Projektwochen sprach sie mit jungen Menschen über Finanzen und den richtigen Umgang mit Geld, besuchte Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Ausländer und vermittelte in Workshops Wissen rund ums Geld.


Doch dabei blieb es nicht. Schon ab April 2018 übernahm Krause Aufgaben in der Ehrenamtskoordination des Migrationsbereichs und war zeitweise Ansprechpartnerin für rund 100 Ehrenamtliche. Sie führte Erstgespräche, brachte Menschen und Einsatzmöglichkeiten zusammen, organisierte interkulturelle Treffen und Informationsveranstaltungen und betreute das junge Ehrenamt „REact“. Gemeinsam ging es beispielsweise zum Kanufahren, Zelten oder Lasertagspielen.


An diese Zeit denkt sie besonders gerne zurück. Das gilt auch für ihre Mitarbeit in einer Unterkunft für alleinstehende geflüchtete Männer. Dort unterstützte sie eine Sozialarbeiterin bei Sprechstunden, bereitete Dokumente in verschiedenen Sprachen vor und organisierte Unterkunftsfeste mit. Gerade die wertschätzenden Begegnungen und die gute Atmosphäre bei diesen Festen sind ihr in Erinnerung geblieben.

Ein Gespräch kann einen Unterschied machen

Seit Anfang 2019 arbeitete Krause zudem im Betreuungsverein. Sie erstellte Sozialberichte für die Betreuungsbehörde und das Amtsgericht Recklinghausen, hielt Kontakt zu ehrenamtlichen Betreuer*innen und unterstützte bei Beratungen zu Vorsorgevollmachten und entsprechenden Informationsveranstaltungen. Seit März 2020 gehörten zusätzlich vielfältige Aufgaben in der Verwaltung zu ihrem Arbeitsalltag: vom Empfang über Telefon und Post bis zur Vertretung der Buchhaltung.

Gerade die Begegnungen im Rahmen ihrer Arbeit im Betreuungsverein haben Krauses Blick auf Menschen geprägt. „Die Situation, in die Menschen geraten sind, hat sich niemand ausgesucht. Wir sollten versuchen, mit Stigmatisierungen zu brechen und die Hintergründe zu verstehen, warum Menschen Unterstützung benötigen“, sagt sie. Niemand verlasse leichtfertig sein Heimatland, suche sich häusliche Gewalt oder Traumata aus oder gerate freiwillig in eine Depression. Ihr Anspruch sei deshalb, sensibel für die Situationen anderer Menschen zu bleiben, Verständnis zu zeigen und ihre Stimme gegen Ungerechtigkeit und Schubladendenken zu erheben.

Dass diese Haltung bei Menschen ankam, zeigte ihr eine Begegnung, die ihr besonders im Gedächtnis geblieben ist. Nach einem Gespräch für einen Sozialbericht meldete sich die Mutter eines jungen Mannes bei ihr. Sie war gerührt und dankbar darüber, wie wertschätzend und verständnisvoll Krause mit ihrem Sohn gesprochen hatte. Viele würden ihn übergehen.

„Frau Krause hat den SkF in den vergangenen fast acht Jahren fachlich sehr kompetent und zugleich mit viel Herzlichkeit bereichert. Besonders geschätzt haben wir ihre Fähigkeit, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, sie zu unterstützen und immer wieder zu motivieren. Damit hat sie nicht nur fachlich, sondern auch menschlich wichtige Impulse gesetzt. Wir bedauern ihren Weggang sehr, respektieren aber ihren Wunsch, nun einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen. Für diesen neuen Abschnitt wünschen wir ihr von Herzen viel Erfolg, Freude und alles Gute“, sagt SkF-Geschäftsführer Giancarlo Cillis.

SkF-Vorsitzende Jutta Beeking würdigt besonders die Vielseitigkeit der scheidenden Mitarbeiterin: „Julia Krause hat in sehr unterschiedlichen Bereichen unseres Vereins gearbeitet und dabei nie die Menschen hinter einer Aufgabe oder einem Hilfebedarf aus dem Blick verloren. Mit ihrer offenen, zugewandten Art und ihrer Überzeugung, nicht vorschnell zu urteilen, sondern verstehen zu wollen, hat sie sehr gut verkörpert, wofür soziale Arbeit beim SkF steht.“

Das Ruhrgebiet bleibt Heimat

Bei aller Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt gibt es einiges, das Krause vermissen wird. Dazu zählt sie das gute Arbeitsklima und die gegenseitige Unterstützung, aber auch die inhaltliche Arbeit und die Erfahrung, „dass man bei den Menschen einen Unterschied zum Guten machen kann, und sei es in einem einstündigen Gespräch“. Und dann sind da die kleinen Dinge, die offenbar ebenfalls zum SkF gehören: Melitta-Kaffee, Baustellengeräusche und ein quietschender Papiereinzug am Drucker. Vor allem aber werde ihr der „sehr bunte Haufen“ aus Klient*innen und Mitarbeitenden fehlen.

Jetzt freut sie sich darauf, beruflich noch einmal etwas anderes zu machen und eine neue Stadt außerhalb des Ruhrgebiets kennenzulernen. Nach Jahren, in denen ihre Arbeit sie auch in Krankenhäuser, Hospize und Psychiatrien führte, darf die

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