27.10.2026
Fahrradwerkstatt soll nach Brand neu starten
Das SkF.Integrationsprojekt hat einen neuen Standort gefunden und benötigt Unterstützung für die Neuausstattung.
Schrauben und reparieren, voneinander lernen und dabei miteinander ins Gespräch kommen: Seit fast zehn Jahren bringt die Fahrradwerkstatt des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Recklinghausen e.V. Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten zusammen. Nach einem schweren Brand in der städtischen Notunterkunft an der Herner Straße steht das Integrationsprojekt nun vor einem Neuanfang.
In der Nacht zum Samstag, 27. Juni, war es zu dem Feuer der Unterkunft gekommen. Auch die Räume und das Inventar der dort untergebrachten Fahrradwerkstatt wurden durch Brandrauch und Ruß kontaminiert. Werkzeuge, Ersatzteile, Reparaturständer und weiteres Inventar konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr genutzt werden.
Für den SkF und das ehrenamtliche Team stand dennoch fest: Die Fahrradwerkstatt soll weitergehen. „Die Fahrradwerkstatt ist weit mehr als ein Ort, an dem Fahrräder repariert werden. Hier arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten Seite an Seite, lernen voneinander und kommen miteinander ins Gespräch. Deshalb ist uns wichtig, dass dieses besondere Angebot nach dem Brand eine Zukunft hat“, sagt Lars Lichtenberg, Koordinator des Migrationsdienstes und der Flüchtlingshilfe beim SkF Recklinghausen.
Seit Oktober 2016 gibt es das Projekt. Ehrenamtliche richteten seinerzeit in der Unterkunft an der Herner Straße eine Werkstatt ein. Gemeinsam mit Menschen mit Fluchterfahrung setzten sie dort gespendete und ausrangierte Fahrräder instand. Die verkehrssicheren Räder wurden anschließend kostenfrei an Geflüchtete weitergegeben. Damit verbindet das Projekt praktische Hilfe mit Begegnung und Integration. Es ermöglicht Menschen mehr Mobilität und Selbstständigkeit.
Das Engagement fand auch über den SkF hinaus Anerkennung: Im Jahr 2021 zeichnete die Stadt Recklinghausen das Team der Fahrradwerkstatt mit der Samariternadel aus. Auch ein engagiertes Teammitglied mit eigener Fluchterfahrung erhielt 2023 diese Auszeichnung.
Jetzt muss die Werkstatt neu aufgebaut werden. Der SkF hat im Austausch mit der Stadt Recklinghausen in der Unterkunft an der Hellbachstraße neue Räumlichkeiten gefunden. „Wir haben über viele Jahre mit viel Herzblut eine gut ausgestattete Werkstatt aufgebaut. Dass wir jetzt praktisch wieder von vorne anfangen müssen, trifft uns natürlich. Aber unser Team möchte weitermachen“, sagt Rolf Euler, der die Fahrradwerkstatt ehrenamtlich organisiert. „Wenn wir einen geeigneten Raum und die notwendige Ausstattung bekommen, wollen wir so schnell wie möglich wieder gemeinsam schrauben.“
Dafür benötigt das Projekt Unterstützung. Besonders helfen Geldspenden für die Neuanschaffung von Werkzeugen und Ersatzteilen und anderer Werkstattausstattung. Auch geeignete Sachspenden wie Werkzeuge und Ersatzteile können den Neustart beschleunigen.
Wichtig: Fahrräder werden derzeit ausdrücklich nicht benötigt. Solange die neue Werkstatt noch nicht eingerichtet ist, fehlen die Möglichkeiten, zusätzliche Räder anzunehmen und zu lagern.
Auch ist Verstärkung für das ehrenamtliche Team willkommen. „Über Menschen, die gerne an Fahrrädern schrauben und ihr Wissen bei uns einbringen möchten, würden wir uns ebenfalls sehr freuen. Man muss kein Zweiradmechaniker sein. Wichtig sind Interesse, etwas handwerkliches Geschick und Freude am Miteinander“, sagt Euler.
Kontakt und Spenden
- Lars Lichtenberg, SkF-Fachbereichskoordinator Migrationsdienst und Flüchtlingshilfe, Tel. 02361/ 9087094, E-Mail lars.lichtenberg@skf-recklinghausen.de.
- Spendenkonto: Sozialdienst katholischer Frauen Recklinghausen e.V.,
Commerzbank AG Recklinghausen, IBAN DE77 4264 0048 0528 7545 01, Verwendungszweck „Werkstatt“.